ADAC Berlin-Brandenburg Motorsportportal

Team Schönborn bei den Six Days 2019

Es ist nun knapp eine Woche her, dass wir drei die Herausforderung der ISDE (International Six Days of Enduro) als Team gemeistert haben und bis jetzt konnten wir noch nicht alle Erfahrungen verarbeiten, die dieses Event uns geboten hat.

2019 war für uns alles andere als ruhig, denn mit der Bestätigung der Teilnahme am Anfang des Jahres gingen die Vorbereitungen schon los, obwohl die Mannschaftsweltmeisterschaft noch sehr weit in der Ferne lag. Doch die Zeit verging schneller als gedacht und so sollte sich zeigen, ob sich das intensive Training auszahlte. Als Team Schönborn / ADAC Berlin-Brandenburg machten wir uns bereit und am 11. November um 7:49, 9:29 und 9:37 Uhr rollten unsere Motorräder von der Startrampe und das Rennen begann.

 

André Engelmann. Foto: privatTag 1 und 2
Ein neues Land, neues Gelände, neue Begebenheiten und ein noch unbekanntes Terrain lagen vor uns. Entgegen der besichtigten Sonderprüfungen, die eher sandiger Natur waren, gestaltete sich die Verbindungsetappe steinig und hart, was schnell an den Kräften zerrte. Mehr und mehr entwickelte der trockene Boden Staubwolken, die wie Nebelschwaden in der Luft hingen, was die Sicht beeinträchtigte. Trotzdem kamen wir ohne große Probleme durch die ersten beiden Tage und wir fanden uns auf Platz 70 von insgesamt 124 Clubteams wieder.

Tag 3
Der dritte Tag der diesjährigen ISDE war wohl einer der ungewöhnlichsten in der Geschichte der Veranstaltung. Nach einer gefahrenen Runde brach der Ausrichter den Fahrtag für die Clubteams ab, da sich an Auffahrten Fahrer stauten und dadurch zum einen die Trophy-Fahrer auf die letzten Clubfahrer aufliefen und zum anderen die Dämmerung eingebrochen wäre, während viele noch auf der Strecke unterwegs gewesen wären. Da aber die Trophy die Runde beenden musste, entstand im gesamten Fahrerlager Chaos. Da André der erste von uns dreien war und alle Fahrer an unterschiedlichen Punkten der Strecke waren, als das Rennen abgebrochen wurde, musste er fast eine halbe Runde mehr fahren als Matze und Sven.

Tag 4
Am vierten Tag wurde genau dieselbe Strecke wie am dritten Tag gefahren, auch mit den gleichen vorgegebenen Zeiten. Die Änderung zum Vortag bestand aber darin, dass Teile der Etappe umfahren werden konnten. Dies funktionierte auch, nur war es nicht die Strecke, die am vierten Tag für extreme Bedingungen sorgte. Andauernder (Stark-) Regen und Windböen begleiteten uns den ganzen Tag und so wurden aus dem eigentlichen harten Untergrund schlammige Passagen, vor allem in den Sonderprüfungen. Obwohl viele Fahrer an diesem Tag ausfielen oder mit Problemen zu kämpfen hatten, konnten wir ihn solide bestreiten und kamen alle ohne Strafminuten ins Ziel.

Tag 5
Der letzte Fahrtag im klassischen Enduro-Stil. Dieser Tag hielt noch einmal eine komplett neue Strecke für uns bereit, die aber im Gegensatz zu den letzten vier Tagen vom Anspruch etwas angenehmer und ruhiger war. Deshalb spulten wir die zwei vorgegebenen Runden ohne Zwischenfälle ab und hatten nur noch einen Tag vor uns.

Sven Winde. Foto: privatTag 6
Normalerweise als Motocross ausgetragen, musste der Organisator auf die gegenüber vom Paddock befindliche Outdoor-Kartbahn ausweichen, da Genehmigungen für die eigentlich geplante MX-Strecke fehlten. Deshalb fand der Abschlusstag der diesjährigen ISDE als Supermoto statt. Sven durfte als einer der ersten auf die Strecke, da er im ersten Heat startete. Erst drei Stunden später gingen Matze und André an den Start. Jeder von uns genoss dieses letzte Rennen und das Feeling, mit bis zu 29 weiteren Fahrern vom Gatter zu beschleunigen und in die erste Kurve einzubiegen.

Innerhalb der letzten Tage konnten wir uns auf einen herausragenden 47. Platz von 124 Teams vorkämpfen und sind sowohl auf das Gesamtergebnis, als auch auf unsere eigenen Leistungen sehr stolz und können nun sagen, dass das Team Schönborn / ADAC Berlin-Brandenburg zusammen die 94. International Six Days of Enduro bestanden hat. Wir wissen natürlich, dass dies nicht ohne die Hilfe jedes einzelnen möglich gewesen wäre, der uns dabei unter die Arme gegriffen hat. Deshalb geht ein riesen Dank an jeden, der uns in irgendeiner Form unterstützt hat – egal ob materiell, finanziell oder emotional.

Wir wissen das sehr zu schätzen und deswegen hat jeder einen Anteil an unserem Erfolg. Jeder hat dafür gesorgt, dass wir eine Bronze-, eine Silber- und eine Goldmedaille bei solch einer großen internationalen Konkurrenz einfahren konnten.

Text/ Fotos: Sven Winde, Matthias Heimann, André Engelmann