14. MYC Preußen-Nachtpokal – Im Konvoi über die Havel

Mit Lampions und Lichterketten geschmückte Boote bezaubern im Mondschein

Endlich war es wieder soweit. Nach Corona bedingter Pause im vergangenen Jahr fuhren in diesem September wieder mit Lampions und Lichterketten geschmückte Boote im Mondschein auf der Havel. 28 Boote begeisterten beim „14. Nachtpokal des MYC Preußen" bei bestem Kaiserwetter die Teilnehmenden und Zuschauenden.

 

Die Magie des Lichts

Bei dem auch bei Landratten sehr beliebten abendlichen Bootskorso geht es darum, wer sein Boot am schönsten geschmückt hat. Der Fantasie sind dabei keine Grenzen gesetzt und so zeigen die Boote die unterschiedlichsten Themenwelten: Ob Wikingerschiff oder U-Boot, zahllose Lichter und Lampions machen die Illusion perfekt.

Neben den von der Orientierungsregatta bekannten Größenklassen „bis 9 Meter Bootslänge“ und „über 9 Meter Bootslänge“ startet beim Nachtpokal noch die Klasse „offene Sportboote“. Bei dieser Klasse ist besonders großer Einsatz gefragt, da dieser Bootstyp keine Aufbauten wie z.B. Mast oder Kajüte hat. Daher werden auf den offenen Sportbooten extra nur für diese Fahrt mit Vierkanthölzern Gestelle für die Lichter und Lampen auf den Booten installiert.

Für das Schaulaufen fahren die Boote eine große Acht: Start ist unmittelbar vor Sonnenuntergang auf der Unterhavel vor dem MYCP-Hafen, dann drehen die Boote eine Schleife zum Preußen-Hafen. Dort passieren sie die Jury am Steg und präsentieren ihre Steuerbord-Seite. Dann wird eine weitere Schleife über die südliche Seite der Unterhavel gefahren. Bei der zweiten Einfahrt am Hafen, die auch gleichzeitig Zieleinlauf ist, kann dann die Jury die Backbord-Seite begutachten.

In den Jahren vor der Pandemie hat der Sportleiter des MYCP die abendliche Rundfahrt mit der „Pyronale“ abgestimmt. Die Ausfahrt begann zeitgleich mit den Feuerwerken, die vom Maifeld am Olympiastadion in den Berliner Himmel aufstiegen. Diese waren vom MYCP-Hafen sehr gut zu sehen, da er genau in der Sichtachse zum gegenüberliegenden Havelufer liegt. Auf diese stimmungsvolle „Hintergrundbeleuchtung“ musste in diesem Jahr leider verzichtet werden, da die Pyronale Pandemie bedingt abgesagt wurde.

 

Die Sieger 2021

Gekürt wurden die Sieger der drei Klassen und ein „Sieger der Sieger“, der die höchste Bewertung von allen erhalten hat. Neben den vielen zum Teil aufwendig geschmückten Booten und Yachten der Wertungsklassen „bis/über 9 Meter“ ragten wieder zwei Konkurrenten aus der Klasse der offenen Sportboote mit ihren verrückten Aufbauten heraus.

Die schwebende Libelle der „Hela“ von Familie Brandt holte dabei nicht nur den Klassensieg, sondern mit der maximal möglichen Punktzahl auch gleichzeitig den Gesamtsieg. Damit entthronte sie zum zweiten Mal den bisherigen Seriensieger Alexander Strehlow, der in acht Jahren sieben Siege verzeichnen konnte. Dessen Sportboot „Chaos Team Berlin“ belegte mit seiner Darstellung einer Krake, die von einem aus dem Wasser schnappenden Hai gejagt wird, den zweiten Platz. Der äußerst ideenreiche Konkurrenzkampf dieser beiden Sportbootkapitäne zählt seit Jahren zu den Höhepunkten des Nachtpokals beim MYCP.

In der Klasse „bis 9 Meter Bootslänge“ gewann Peter Komoll mit „Black Marlin“, in der Klasse „ab 9 Meter Bootslänge“ holte Volker Kubitzki mit „Nöck“ den Sieg. In Punkto Corona setzte Jörg Hartmann, MYCP-Sportleiter und verantwortlicher Regattaleiter, auf Sicherheit. Deshalb fand die Siegerehrung extra im Freien statt, außerdem waren alle Teilnehmenden geimpft.

Auch die Besatzung des zur Absicherung eingesetzten Rettungsbootes der DRK Wasserwacht war von dem stimmungsvollen Ambiente begeistert. So sehr, dass sie nach Zieleinlauf des letzten Bootes spontan ihr Rettungsboot mit an Bord befindlichen Leucht- und Einsatzmitteln illuminierte und die Ziellinie überquerte – und die überraschte Jury ebenso spontan Punkte vergab. Damit fand sich das eigentliche Streckensicherungsboot zur Überraschung und Erheiterung aller Beteiligten plötzlich in der Wertung wieder.

Corona bedingt gab es in diesem Jahr aber nur eine kurze Siegerehrung. Alle hoffen darauf, dass der Abschluss des Nachtpokals im nächsten Jahr wieder so gefeiert werden kann wie gewohnt: mit gemütlichem Beisammensein bei leckeren Spezialitäten vom Grillen und mit Rahmenprogramm.

Diese mittlerweile traditionelle Veranstaltung erfreut sich im Havelrevier größter Beliebtheit und das Teilnehmerfeld der Preußen-Boote wird regelmäßig durch externe Starter erweitert. Neben der Wertung für die MYCP-Clubmeisterschaft wird der Nachtpokal vom Motoryachtverband Berlin auch als Wertungslauf für die Bezirksmeisterschaft im Havelrevier ausgeschrieben.

 

Großes Jubiläumsjahr 2022

Der MYCP trägt jedes Jahr zwei fahrtensportliche Veranstaltungen aus: Im Juni steht die Orientierungsregatta auf dem Programm, die als Lauf zur Berliner Meisterschaft den Ruf der maritim anspruchsvollsten Motorbootregatta im Breitensport-Kalender des Berliner Landesverbandes genießt, und der Nachtpokal.

Beide Veranstaltungen feiern nächstes Jahr Jubiläum. So ist für 2022 die 20. Regatta und der 15. Nachtpokal geplant. Doch damit nicht genug, denn nächstes Jahr kann der MYC Preußen auch sein 20-jähriges Bestehen feiern. Alle Mitglieder des Vereins hoffen, dass nicht wieder Corona einen Strich durch die Rechnung macht und das große Jubiläumsjahr gebührend gefeiert werden kann.

 

Im Konvoi über die Havel